01.03. 12:33

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Geschäftsentwicklung 2022: LBS Südwest verzeichnet Rekord im
Bauspargeschäft (FOTO)
Stuttgart (ots) - Die Landesbausparkasse Südwest verzeichnet für das Jahr 2022
das höchste Bausparvolumen ihrer Geschichte. Insgesamt schlossen die Menschen in
Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gut 135.000 Verträge (+10,4 %) über eine
Bausparsumme von 11,53 Mrd. Euro ab - ein Plus von 2,8 Mrd. Euro und damit knapp
ein Drittel mehr als im Vorjahr. Die gesamten Kreditbewilligungen liegen mit
2,56 Mrd. Euro noch einmal rund 13 Prozent über dem hohen Vorjahresniveau. Das
Betriebsergebnis liegt mit annähernd 30 Mio. Euro deutlich über den Erwartungen.

Nach den Geschäftsjahren 2020 und 2021, die trotz der Begleiterscheinungen der
Corona-Pandemie sehr zufriedenstellend verlaufen sind, verzeichnet die LBS
Südwest ein hervorragendes Bausparjahr 2022. "Ein Grund für den enormen Anstieg
des Brutto-Neugeschäfts sind die gestiegenen Baufinanzierungszinsen. Sie sind
für Baukredite mit zehnjähriger Zinsbindung im Laufe des vergangenen Jahres von
0,9 Prozent im Januar auf aktuell 3,6 Prozent geklettert. Dadurch wird
Zinssicherung - und damit der Bausparvertrag - wieder zu einem zentralen Element
in der Immobilienfinanzierung. Das spiegelt sich in unserem Geschäftsverlauf
wider", zeigt sich Stefan Siebert, Vorsitzender des Vorstands der LBS Südwest,
zufrieden.

Mit 4,89 Mrd. Euro vermittelten die Sparkassen in Baden-Württemberg und
Rheinland-Pfalz sowie die BW-Bank über 42 Prozent der Bausparsumme. Der
LBS-Außendienst schloss Verträge über 3,12 Mrd. Euro ab. Das
Gemeinschaftsgeschäft ist mit einem Volumen von 3,11 Mrd. Euro im Vergleich zum
Vorjahr um fast die Hälfte gestiegen. Hier sind die LBS-Handelsvertreterinnen
und -vertreter gemeinsam mit den Sparkassen tätig. "Das sehr gute
Gemeinschaftsgeschäft ist einmal mehr Ausdruck für die enge Zusammenarbeit
zwischen der LBS Südwest und ihren Verbundpartnerinnen. Davon profitieren auch
unsere Kundinnen und Kunden", so Stefan Siebert.

Zinsen sichern mit ZukunftPlus

Im Juli 2022 hat die LBS Südwest die Tarifvariante ZukunftPlus mit einem festen
Sollzins für das Bauspardarlehen von 1,19 Prozent nominal (1,54 Prozent
effektiv) eingeführt. Das Angebot richtet sich an alle, die in einigen Jahren
den Schritt ins Eigenheim gehen möchten.

"Das vergangene Jahr hat gezeigt, wie schnell Zinsen steigen können. Die
Auswirkungen in Form von höheren Finanzierungskosten bekommen Bau- und
Kaufwillige unmittelbar zu spüren. Bei einem Zinsanstieg um zwei Prozentpunkte
steigt die monatliche Belastung pro 100.000 Euro Finanzierungssumme um 167 Euro.
Und in der Regel beträgt der Finanzierungsbedarf für Wohneigentum ein
Mehrfaches", so Vertriebsvorstand Dr. Jörg Leitolf. Der Sprung in die eigenen
vier Wände ist schwieriger geworden, aber noch immer möglich. Zinssicherung ist
das Gebot der Stunde. "Das sehen auch unsere Kundinnen und Kunden so", bestätigt
Leitolf. "Sie haben in der zweiten Jahreshälfte 2022 Abschlüsse im ZukunftPlus
über eine Bausparsumme von insgesamt 2,3 Mrd. Euro getätigt und sichern sich so
günstige Zinsen." Damit macht die neue Tarifvariante in diesem Zeitraum 43
Prozent des vermittelten Bausparvolumens aus. Die durchschnittliche Bausparsumme
liegt hier bei gut 105.000 Euro.

Über alle Tarife der LBS Südwest hinweg ist die Bausparsumme pro Vertrag auf
rund 85.000 Euro gestiegen und liegt damit noch einmal deutlich über dem
Vorjahresschnitt von 71.000 Euro. "Bausparen hat einen festen Platz in der
Immobilienfinanzierung. Ob Wohneigentum möglich ist, hängt immer mehr auch davon
ab, ob ein geeigneter Bausparvertrag vorhanden ist - um Eigenkapital anzusparen
und günstige Zinsen für die spätere Finanzierung festzuschreiben", erklärt
Leitolf.

Kreditgeschäft auf hohem Niveau erneut gesteigert

Die LBS Südwest sagte ihren Kundinnen und Kunden im vergangenen Jahr 2,56 Mrd.
Euro (+13,5 %) für Sofort- und Zwischenfinanzierungen sowie für Bauspardarlehen
zu. Das ist der höchste Wert in der Unternehmensgeschichte. Die zeitlich
nachgelagerten Darlehensauszahlungen stiegen um 5,6 Prozent auf 1,88 Mrd. Euro
an. Der Bestand an Baudarlehen betrug zum Jahresende 2022 insgesamt 12,06 Mrd.
Euro, ein Plus von 6,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Einschließlich der
Sparguthaben der durch Bauspardarlehen abgelösten Kredite stellte die LBS
Südwest ihren Kundinnen und Kunden im vergangenen Jahr mehr als 4,31 Mrd. Euro
(+7,0 %) zur Verfügung.

Ausdruck der auch im Finanzierungsgeschäft guten Zusammenarbeit im
Sparkassenverbund war die Vermittlung eines Baukreditvolumens von fast 1,4 Mrd.
Euro durch den LBS-Außendienst an die Sparkassen in Baden-Württemberg und
Rheinland-Pfalz sowie die BW-Bank. "In Umbruchzeiten setzen die Menschen noch
stärker als sonst auf ihre Hausbank und die Beraterinnen und Berater, die sie
persönlich kennen. Das gilt natürlich ganz besonders bei großen Vorhaben, wie
sie die Immobilienfinanzierung für einen Privathaushalt darstellt", sagt der für
das Kreditgeschäft zuständige stellvertretende Vorstandsvorsitzende der LBS
Südwest Uwe Wöhlert.

Dabei stach insbesondere das erste Halbjahr 2022 mit zweistelligen Zuwachsraten
im Kreditgeschäft hervor. Die Zinswende im Frühjahr 2022 hatte viele Menschen,
die sich mit dem Erwerb von Wohneigentum beschäftigten, dazu bewogen, ihre
Entscheidung zu beschleunigen und die Finanzierung unter Dach und Fach zu
bringen. "Dieser Rekord an Kreditanträgen brachte uns in der Kreditbearbeitung
zeitweise an die Kapazitätsgrenze und machte auch Samstagsarbeit notwendig",
sagt Uwe Wöhlert.

Zum Halbjahr 2022 lag das Plus bei den Kreditauszahlungen noch bei rund 20
Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, bevor sich dann in den folgenden
Monaten zunehmend bremsende Faktoren bemerkbar machten. Dazu gehörten neben dem
schnellen und massiven Zinsanstieg vor allem Material- und Personalengpässe im
Bausektor, die spürbare Verzögerungen und Preissteigerungen nach sich zogen.

Bestandsimmobilien sind beliebt

Die zunehmende Verunsicherung auf dem Wohnimmobilienmarkt im zweiten Halbjahr
2022 war auch bei der LBS Immobilien GmbH, der
Immobilienvermittlungsgesellschaft der LBS Südwest, zu spüren. Die Anzahl der
vermittelten Objekte belief sich im Geschäftsjahr 2022 auf knapp 3.000 Stück mit
einem Objektvolumen von 971,4 Mio. Euro (- 7,4 %). Der Schwerpunkt der
Vermittlungstätigkeit in beiden Bundesländern liegt im Segment der
Bestandsimmobilien.

"Wohnimmobilien werden in den kommenden Jahren attraktiv bleiben, obwohl höhere
Zinsen andere Geldanlagen wieder lohnender machen. Wir gehen aktuell nicht von
einem Einbruch auf dem Immobilienmarkt aus, sondern allenfalls von
gleichbleibenden Preisen. Spannend wird sein, wie sich die klimapolitischen
Zielsetzungen der Politik auf den Bestandsimmobilienmarkt mit seinen oft noch
unsanierten Objekten auswirken werden", sagt Dr. Jörg Leitolf.

Bauspardarlehen wieder gefragt

Mit den sich steil nach oben bewegenden Zinsen werden auch Bauspardarlehen
zugeteilter Bausparverträge wieder attraktiv, die noch nicht abgerufen wurden.
So stiegen die Bauspardarlehenszusagen im Jahresverlauf 2022 deutlich an. "Mit
dem zurückkehrenden Zins wird für die Menschen wieder der Kernnutzen des
Bausparens sichtbar, der Anspruch auf ein sicheres und zinsgünstiges
Bauspardarlehen, auf das vorher durch regelmäßiges Sparen hingearbeitet wurde",
sagt Uwe Wöhlert. In den nächsten Jahren werden bei der LBS Südwest Jahr für
Jahr Bausparverträge mit mehr als 3 Mrd. Euro Bausparsumme in die Zuteilung
kommen - und das zu einem Darlehenszins von 2,95 Prozent und besser.

Zukunftsthema energetische Modernisierung

Ein wesentlicher Ansatzpunkt, um Klimaneutralität in Deutschland bis 2045 zu
erreichen, liegt im Gebäudebestand. Das wird in den kommenden Jahren enorme
Investitionen notwendig machen. Für Modernisierungen und energetische
Sanierungen sind Finanzierungssummen bis 50.000 Euro typisch, mit dem
Bauspardarlehen steht dafür ein ideales Produkt zur Verfügung. Mit Blick auf
eine schnelle und unkomplizierte Abwicklung hat die LBS deshalb im vergangenen
Jahr die Blankogrenze bei Bauspardarlehen von 30.000 Euro auf 50.000 Euro
erhöht.

"Bei unseren Kundinnen und Kunden spüren wir ein großes Interesse an der
energetischen Sanierung der eigenen Wohnimmobilie und damit letztendlich am
Werterhalt des Eigentums", sagt Uwe Wöhlert. Gleichzeitig ist staatliche
Unterstützung bei der Umsetzung dieser gesamtgesellschaftlichen Herausforderung
einer energetischen Ertüchtigung des Wohnungsbestandes unerlässlich. Die LBS
warnt dabei vor einer ständigen Verschärfung der Förderkriterien. Gerade
Erwerber mit knappem Budget tun sich oft schwer mit der Erfüllung höherer und
damit teurerer Standards.

"Angesichts der viel zu niedrigen Neubauzahlen halten wir zudem die Begrenzung
der staatlichen Erwerbsförderung auf den Neubau nicht für zielführend," sagt Uwe
Wöhlert. Nach einer aktuellen Studie zur Wohneigentumsbildung vom Bundesinstitut
für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Auftrag des Bundesbauministeriums
findet der Wohneigentumserwerb von Einfamilienhäusern aktuell zu 77 Prozent aus
dem Bestand statt, bei Doppel-, Reihen- und Zweifamilienhäusern sogar zu 90
Prozent.

Rahmenbedingungen vereinfachen

Wohneigentum steht für viele Menschen ganz oben auf der Wunschliste. Die
Möglichkeit, diesen Wunsch auch in die Realität umzusetzen, hat sich in den
vergangenen zwölf Monaten erheblich verschlechtert. Dafür sind in erster Linie
die geopolitischen Verwerfungen verantwortlich, aber auch Maßnahmen der
deutschen Politik, die aktuell kontraproduktiv wirken. Dazu zählen die
BaFin-Aktivierung von antizyklischem Kapitalpuffer und Systemrisikopuffer auf
Wohnimmobilienfinanzierungen, die seit dem 1. Februar 2023 wirksam sind. Sie
erhöhen die Eigenkapitalanforderung für das finanzierende Kreditinstitut und
machen Kredite noch teurer. Dazu gehören aber auch die viel zu geringe
Ausweisung von Bauland, die überbordenden Bauvorschriften und ein insgesamt zu
niedriges Fördervolumen für den privaten Wohnungsbau. "All dies verhindert ein
Ausschöpfen der möglichen Neubauzahlen und ist gerade in der jetzigen Situation
eines zu knappen Wohnungsmarktes kritisch", so Stefan Siebert.

Betriebsergebnis über Erwartung

Leicht steigende Zinserträge, Neuerungen im Tarifangebot und konsequentes
Kostenmanagement zahlen positiv auf das Betriebsergebnis des vergangenen Jahres
ein. Dieses liegt mit voraussichtlich 29,5 Mio. Euro deutlich über den
Erwartungen.

"In den vergangenen Jahren haben wir erhebliche Investitionen in die
Weiterentwicklung sowohl unserer betrieblichen als auch vertrieblichen Prozesse
sowie die Digitalisierung getätigt", erklärt Stefan Siebert. Ende 2022 waren 876
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (686 nach MAK, d. h. umgerechnet auf Vollzeit)
bei der LBS Südwest beschäftigt. Knapp drei Viertel davon nehmen mittlerweile am
mobilen Arbeiten teil, das bedeutet, sie können knapp die Hälfte der Arbeitszeit
außerhalb des eigenen Büros durchführen.

"Schon heute spielen die Digitalisierung und effiziente Prozesse bei der LBS
Südwest mit drei Standorten in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz eine große
Rolle. Der geplante Zusammenschluss mit der LBS Bayern zur LBS Süd unterstreicht
deren Bedeutung einmal mehr", betont der LBS-Chef.

Ausblick

Der Wohnungsmarkt in Deutschland steht vor zwei großen Herausforderungen:
Ausreichend bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und den Gebäudebestand energetisch
zu ertüchtigen. Dazu sind über das Eigenkapital der Eigentümer hinaus enorme
finanzielle Mittel erforderlich, die sowohl vom Staat wie von der privaten
Kreditwirtschaft kommen müssen. Teil der Lösung sind - gerade wenn der Zins
wieder zu einem ernstzunehmenden Faktor wird - das Bausparen und die
Bausparkassen.

Mit der fusionierten LBS im Süden wird die mit Abstand größte Landesbausparkasse
in Deutschland entstehen - mit großem Geschäftspotenzial. In Baden-Württemberg,
Bayern und Rheinland-Pfalz leben rund 28 Mio. Menschen, die drei Bundesländer
stellen 38 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts. "Das Marktpotenzial
einer künftigen LBS Süd ist groß, aber auch die regulatorischen Anforderungen
sind es. So wird das fusionierte Institut unter die Aufsicht der Europäischen
Zentralbank (EZB) gestellt - ein Novum, sowohl für die Landesbausparkassen als
auch für die EZB", stellt Siebert fest.

Pressekontakt:

Kathrin Hartwig
LBS Landesbausparkasse Südwest
Telefon: 0711 183-2377
E-Mail: mailto:Kathrin.Hartwig@LBS-SW.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/125992/5453016
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