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12.07. 21:59 92,020€ +1,12%
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09.07. 13:22

AKTIEN IM FOKUS: Anleger selektieren Autowerte nach zwei Analystenstudien


FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Einschätzungen zweier Investmentbanken zu Autoherstellern in Europa haben am Dienstag die Kurse im Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts in unterschiedliche Richtungen getrieben. Vor allem hierzulande drifteten die Werte auseinander, nachdem HSBC nun BMW zum Kauf empfiehlt, während die Bank of America (BofA) skeptischer für Mercedes-Benz geworden ist. Die Aktie wurde von Analyst Horst Schneider von "Neutral" auf "Underperform" abgestuft.

BMW zogen entsprechend mit plus einem Prozent auf rund 88 Euro an die Spitze im Dax und Eurostoxx 50 . Den jeweils letzten Platz im deutschen Leitindex und dem wichtigsten Index für die Euroregion nahmen Mercedes-Benz ein. Mit einem Abschlag von bis zu 3,6 Prozent auf rund 63 Euro näherten sie sich wieder dem Juni-Tief und gaben damit eine vierwöchige Stabilisierung auf.

Analyst Horst Schneider von der BofA hatte sein Kursziel mit 60 Euro unter das derzeitige Xetra-Niveau gesenkt und in der Folge seine neutrale Einschätzung aufgegeben. Grund dafür ist sein kritischer Blick auf den Modellzyklus des Stuttgarter Autokonzerns und folglich auf die Ergebnisse der kommenden Jahre. Das Durchschnittsalter der Mercedes-Flotte steige im Vergleich zur Konkurrenz, monierte er.

Im Jahr 2026 werde Mercedes unter den drei deutschen Premiumherstellern die ältesten Modellreihen haben, und den Absatz wohl nur über höhere Rabatte aufrechterhalten können. Zudem kritisierte Schneider den Umschwung des Autobauers, der 2021 angekündigt hatte, ab 2030 nur noch E-Autos herstellen zu wollen, und im Februar 2024 dann kräftig zurückruderte.

Zur gesamten europäischen Autobauerbranche äußerte sich HSBC-Analyst Michael Tyndall und legte den Fokus dabei auf das zweite Quartal sowie die erwartete Geschäftsentwicklung bis Jahresende. Das schwache erste Viertel 2024 habe eine pessimistische Erwartungshaltung für das Gesamtjahr gesetzt, schrieb er. Die Frage sei nur, ob sich dies bereits in den durchschnittlichen Analystenschätzungen (Konsens) widerspiegle. "Der Zyklus-Abschwung wird sich fortsetzen", ist der HSBC-Experte überzeugt, auch wenn er kein katastrophales zweites Quartal erwartet. Tyndall sieht vielmehr eine leichte Verbesserung, aber sie dürfte geringer sein, als es der Konsens einpreise.

Vor allem bei Stellantis befürchtet Tyndall weiter sinkende Ergebnisschätzungen. Die Aktie ist deshalb, eingestuft mit "Neutral" und einem leicht auf 21 Euro gesenkten Kursziel, für ihn letzte Wahl. Stellantis-Papiere legten zuletzt um 0,5 Prozent zu auf rund 18 Euro.

Auch für die 0,2 Prozent schwächeren VW-Aktien ist er zurückhaltend mit "Hold" und einem auf 110 Euro gesenkten Kursziel. Er rechnet damit, dass die bereinigte operative Marge wegen Rückstellungen für Umstrukturierungen im abgelaufenen ersten Halbjahr unter dem Zielkorridor für das Gesamtjahr liegen wird.

Besonders positiv dagegen fällt sein Urteil über BWM und Renault aus. BMW empfiehlt er vor allem nach der Kursschwäche der vergangenen Monate zum Kauf mit einem leicht auf 109 Euro gesenkten Kursziel. Die Marktsorgen seien inzwischen über Gebühr eingepreist und zugleich sei bei BMW eine konstante Leistung zu erwarten, was die Aktie attraktiv mache.

Renault ist sein absoluter Favorit, da die Ergebnisdynamik der Franzosen am deutlichsten sichtbar sei. Das Unternehmen ist laut Tyndall angesichts der Preisgestaltung in China, weiterem Lagerabbau und Zoll-Vergeltungsmaßnahmen am besten aufgestellt in der Branche.

Die Kursentwicklung der Autobauer ist auch im bisherigen Jahresverlauf sehr unterschiedlich. So ist etwa die BMW-Aktie im europäischen Sektor neben Stellantis die mit am schlechtesten gelaufene. Ihr Abschlag beträgt fast 13 Prozent, der von Stellantis mehr als 14 Prozent. Die VW-Vorzüge etwa haben im Jahresverlauf über 4 Prozent eingebüßt.

Mercedes dagegen kann momentan noch auf ein kleines Plus von einem Prozent zurückschauen. Renault indes hat sie alle abgehängt mit einem Kursgewinn seit Jahresbeginn von einem Drittel. Der Branchenindex selbst ist nach einem deutlichen Auf und Ab in der ersten Jahreshälfte zurück auf dem Niveau des Jahresbeginns./ck/ag/tih