ROUNDUP/Hohe Kosten für Stahl-Sanierung: Thyssenkrupp weitet Verlust aus
ESSEN (dpa-AFX) - Der Industriekonzern Thyssenkrupp
Das um solche Sonderfaktoren bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verbesserte sich hingegen um zehn Prozent auf 211 Millionen Euro und fiel etwas besser aus als erwartet. Hier wirkte sich das laufende Transformationsprogramm positiv aus. Dabei bleibt das Marktumfeld schwierig: So sank der Umsatz wegen einer schwächeren Nachfrage sowie niedrigeren Preisen um acht Prozent auf fast 7,2 Milliarden Euro. Analysten hatten mit stabilen Erlösen gerechnet. Der Auftragseingang knickte um 38 Prozent auf rund 7,7 Milliarden Euro ein. Grund dafür waren auch Großaufträge des Marineschiffbauer TKMS
Die Aktien von Thyssenkrupp gaben am Mittag um gut zwei Prozent nach. Sie zollten damit ihrer guten Entwicklung der vergangenen Monate Tribut. Mit gut 34 Prozent Kursplus waren sie 2026 sehr stark gelaufen im Zuge der Stahlrally sowie der Abspaltung des Marineschiffbauers TKMS. Nun monierten Experten vor allem den schwachen freien Barmittelzufluss.
"Trotz marktbedingter Umsatzrückgänge haben wir das bereinigte Ebit gesteigert - ein klares Zeichen für die Fortschritte bei Effizienz, Kosten und Struktur", kommentierte Konzernchef Miguel López. Die Jahresprognose wurde bekräftigt. Wegen der Stahl-Sanierung erwartet Thyssenkrupp unter anderem einen Konzernverlust von 400 bis 800 Millionen Euro.
Weiter bedeckt hält sich der Konzern zu einer möglichen Übernahme des Stahlgeschäfts durch den indischen Konkurrenten Jindal. Man befinde sich weiter "in konstruktiven Gesprächen", sagte Finanzvorstand Axel Hamann. Die Restrukturierung werde dabei fortgesetzt, "ob mit oder ohne Jindal". Er sprach mit Blick auf die von der EU geplanten Schutzmaßnahmen für die europäische Stahlindustrie vor Billigimporten auch von geänderten Bedingungen.
Thyssenkrupp und Jindal Steel hatten Mitte September bekannt gemacht, dass der familiengeführte Konzern die Stahlsparte kaufen will und bereits ein unverbindliches Angebot abgegeben hat. Das für Firmenübernahmen und -verkäufe zuständige Vorstandsmitglied Volkmar Dinstuhl hatte bei der Vorlage der Jahreszahlen am 9. Dezember gesagt, dass das Angebot auf eine mehrheitliche Übernahme abziele./nas/niw/jha/