Angriffe auf Militärbasen mit deutschen Soldaten in Nahost
BERLIN (dpa-AFX) - Nach der Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran sind nach Angaben der Bundeswehr Militärstandorte ins Visier geraten, an denen auch deutsche Soldaten stationiert sind. Am Samstag und Sonntag sei es zu Angriffen auf multinational genutzte Standorte in Erbil im Nordirak und Al-Asrak in Jordanien gekommen, teilte das Operative Führungskommando in Berlin auf Anfrage mit. Die Soldaten vor Ort seien in Schutzbauten in Sicherheit und wohlauf. An beiden Standorten seien Luftverteidigungsmaßnahmen durchgeführt worden.
"Die deutschen Soldaten waren offensichtlich nicht unmittelbares Ziel", sagte ein Sprecher des Operativen Führungskommandos. Zuerst berichtete der "Spiegel" über die Vorfälle. Es gab vom Operativen Führungskommando keine Angaben dazu, von wem die Angriffe ausgingen.
Am Samstag hatten die USA und Israel den Iran angegriffen. Seither führt der Iran Gegenschläge auf Israel und US-Stützpunkte in der Region aus. Zugleich haben auch proiranische Milizen im Irak Angriffe auf "gegnerische" Stützpunkte im Irak und in der Region für sich reklamiert.
Nach Angaben des Operativen Führungskommandos gab es für das deutsche Kontingent keine Schäden an einsatzwichtigem Material. Der Sprecher erläuterte, dass angesichts zunehmender Spannungen in der Region bereits in den vergangenen Wochen vorsorglich Personal abgezogen worden sei, das derzeit nicht dringend für die Mission gebraucht werde.
Die Bundeswehr beteiligt sich im Irak und in Jordanien an Einsätzen einer internationalen Koalition, die ein Wiedererstarken der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) verhindern sollen./sam/DP/zb