ROUNDUP: Rüstungskonzern KNDS dampft Beteiligung an Renk ein
AMSTERDAM/MÜNCHEN (dpa-AFX) - Gut zwei Jahre nach seinem Einstieg beim Getriebespezialisten Renk
Die im MDax
Zwar hat der Renk-Kurs beflügelt durch den Rüstungsboom seit dem Börsengang des Unternehmens im Februar 2024 deutlich an Wert hinzugewonnen. Die Anteilsscheine waren zu 15 Euro angeboten worden, kosten somit etwa das Dreifache. Der bisherige Rekord ist aber weit entfernt: Im Oktober hatte der Kurs noch bei gut 90 Euro gelegen, also in etwa doppelt so hoch wie derzeit.
Wie der deutsch-französische Panzerbauer KNDS weiter mitteilte, wurden die Aktien institutionellen Anlegern angeboten. Die Einnahmen der Platzierung sollen in die Verbesserung der eigenen Kapitalstruktur fließen, hieß es. Ab der Platzierung gilt eine oft übliche 180-tägige Stillhalteperiode, in der KNDS seinen Anteil nicht weiter verändern darf. Der KNDS-Konzern war aus dem Zusammenschluss des deutschen Panzerbauers Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Waffenhersteller Nexter hervorgegangen.
Die geschäftliche Beziehung zwischen beiden Unternehmen ist von der Reduzierung nicht betroffen: KNDS unterstrich, dass der Konzern an der langfristigen Zusammenarbeit mit den Augsburgern festhalte und sprach auch dem Renk-Management volle Unterstützung zu. KNDS stellt mit weltweit mehr als 11.000 Beschäftigten unter anderem den Kampfpanzer Leopard 2 her, für den Renk das Getriebe baut.
KNDS war im Zuge des Börsengangs von Renk beim Augsburger Getriebespezialisten eingestiegen. Damit wurde der Rüstungskonzern zweiter Großaktionär neben dem damaligen Mehrheitseigner, dem Finanzinvestor Triton. Mit diesem wurde seinerzeit vereinbart, dass KNDS später weitere Renk-Anteile erwerben dürfte und die Beteiligung auf bis zu 25 Prozent plus eine Aktie ausbauen könnte. Diese Option konnte KNDS aber nicht komplett einlösen, weil es zu einem Streit mit Triton kam.
Letztendlich übertrug der Investor im vergangenen Jahr nur so viele Anteile, dass KNDS seither mit den knapp 16 Prozent größter Anteilseigner bei Renk war. Im August 2025 stieg Triton dann komplett bei Renk aus. Damit endete ein fünfjähriges Engagement, nachdem die deutsch-schwedische Private-Equity-Gesellschaft den Großgetriebehersteller im Jahr 2020 vom Autobauer Volkswagen
Renk stellt Antriebssysteme insbesondere für Panzer und die Marine, aber auch für die zivile Schifffahrt und die Industrie her. 2025 hatte die hohe Rüstungsnachfrage dem Unternehmen Rekorde bei Umsatz und Neugeschäft beschert. Der Konzern setzte mit rund 1,4 Milliarden Euro knapp ein Fünftel mehr um als im Jahr zuvor. Unter dem Strich verdiente Renk mit gut 101 Millionen Euro fast doppelt so viel wie im Vorjahr./tav/mne/jha/