04.09. 09:27

OTS: Allianz Trade / Großinsolvenzen steigen weiter: Jede dritte Firmenpleite ...


Großinsolvenzen steigen weiter: Jede dritte Firmenpleite in Westeuropa
kommt aus Deutschland
Hamburg (ots) -

- Deutschland bleibt Hotspot für Großinsolvenzen in Europa
- Zahl großer Firmenpleiten steigt im ersten Halbjahr 2026 erneut, Autoindustrie
besonders betroffen
- Weltweite Fallzahlen legen ebenfalls zu, Westeuropa vereint mehr als 60
Prozent aller Großinsolvenzen
- Risiko von Dominoeffekten entlang komplexer Lieferketten bleibt hoch

Die Zahl der Großinsolvenzen in Deutschland bleibt auf Rekordniveau. Im ersten
Halbjahr 2026 registrierte der weltweit führende Kreditversicherer Allianz Trade
33 Unternehmensinsolvenzen von Firmen mit mehr als 50 Millionen Euro
Jahresumsatz. Das sind 10 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit setzt sich der
Negativtrend nach dem Rekordjahr 2025 fort.

Im vergangenen Jahr verzeichnete Allianz Trade mit insgesamt 94 Großinsolvenzen
in Deutschland (2024: 87 Fälle, +8 %) den bislang höchsten Wert seit Beginn der
Auswertung von Großinsolvenzen im Jahr 2015.

Keine Verschnaufpause: Autoindustrie führt Branchenranking an

"Es gibt auch 2026 keine Verschnaufpause bei den Großinsolvenzen", sagt Milo
Bogaerts, CEO von Allianz Trade in Deutschland, Österreich und der Schweiz. "Der
Negativtrend aus dem Vorjahr verfestigt sich. Das ist ein Warnsignal für die
deutsche Wirtschaft. Es zeigt, dass der Anpassungsdruck in vielen Branchen
weiterhin enorm ist. Großunternehmen stehen häufig im Zentrum komplexer
Wertschöpfungsketten. Fällt ein Marktteilnehmer dieser Größenordnung aus,
geraten oftmals auch Zulieferer, Dienstleister und andere Geschäftspartner unter
Druck."

Besonders betroffen waren im ersten Halbjahr 2026 die Automobilbranche mit
sieben Großinsolvenzen, gefolgt vom Einzelhandel (5 Fälle) sowie Maschinenbau
und Dienstleistungen (je 4 Fälle). Damit geraten zunehmend auch klassische
industrielle Kernbranchen unter Druck.

Durchschnittliche Schäden sinken, aber Risiken bleiben erhöht

Mit der steigenden Zahl der Fälle nahmen auch die wirtschaftlichen Schäden durch
Großinsolvenzen zu: Der kumulierte Jahresumsatz der insolventen Großunternehmen
erhöhte sich im ersten Halbjahr 2026 um 3 % auf rund 4,5 Mrd. EUR.

Der durchschnittliche Umsatz insolventer Großunternehmen sank zwar um knapp 7 %
im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf rund 137 Mio. EUR. Das deutet darauf hin,
dass zuletzt etwas kleinere Unternehmen betroffen waren. Angesichts der
weiterhin hohen Fallzahlen bleibt das Gesamtrisiko für Lieferanten und
Kreditgeber jedoch erheblich.

12-Monats-Trend: Jede dritte Großinsolvenz in Westeuropa kommt aus Deutschland

In den vergangenen vier Quartalen verzeichnete Allianz Trade weltweit insgesamt
504 Großinsolvenzen. Davon entfielen 325 Fälle auf Westeuropa. Deutschland
vereinte mit 97 großen Insolvenzen etwa 30 Prozent aller Großinsolvenzen in
Westeuropa, gefolgt von Frankreich (69), Italien (62) und Großbritannien (45).

"Jede dritte Insolvenz in Westeuropa in den vergangenen zwölf Monaten kommt aus
Deutschland", sagt Bogaerts. "Wir erwarten auch im weiteren Jahresverlauf keine
nachhaltige Entspannung. Die Zahl der Großinsolvenzen dürfte 2026 auf einem
erhöhten Niveau bleiben. Besonders Branchen mit hohen Investitions- und
Energiekosten sowie Unternehmen mit geringer Preissetzungsmacht bleiben anfällig
für finanzielle Schieflagen."

Weltweite Großinsolvenzen legen ebenfalls um 13 % zu im ersten Halbjahr

Deutschland ist mit diesem Trend nicht allein: Auch global kämpfen Unternehmen
mit ähnlichen Entwicklungen. Die Zahl der weltweiten Großinsolvenzen nimmt im
bisherigen Jahresverlauf weiter zu. Im ersten Halbjahr 2026 registrierte Allianz
Trade weltweit insgesamt 247 Großinsolvenzen. Das sind 13 % mehr als im
Vorjahreszeitraum.

Die meisten globalen Großinsolvenzen verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 der
Einzelhandel (59 Fälle), der Dienstleistungssektor (38 Fälle) sowie das
Baugewerbe (33 Fälle). Diese Branchen lagen auch im Vergleich zu ihren
langfristigen Durchschnittswerten deutlich über dem historischen Niveau.

Westeuropa: 6 von 10 Insolvenzen weltweit im ersten Halbjahr 2026

"Die Zahl der Großinsolvenzen steigt in vielen Regionen der Welt. Westeuropa
bleibt jedoch besonders betroffen und steht für mehr als 60 Prozent aller
weltweit erfassten Fälle", sagt Maxime Lemerle, Leiter der Insolvenzforschung
bei Allianz Trade. "Das zeigt: Die wirtschaftliche Erholung vieler europäischer
Industriebranchen bleibt fragil. Besonders Unternehmen in energieintensiven und
kapitalintensiven Bereichen stehen weiterhin unter erheblichem Druck. Dadurch
steigt die Anfälligkeit für größere Unternehmensausfälle."

Neben den erwarteten Belastungen im Einzelhandel, im Dienstleistungssektor und
in der Bauwirtschaft geraten zunehmend auch wichtige europäische
Industriebranchen wie Chemie, Automobil und Maschinenbau unter Druck. Im
Vergleich zu den historischen Durchschnittswerten verzeichnen sie
überdurchschnittlich viele Großinsolvenzen.

Allianz Trade ist weltweiter Marktführer im Kreditversicherungsgeschäft und
anerkannter Spezialist für Bürgschaften und Garantien, Inkasso sowie Schutz
gegen Betrug oder politische Risiken. Allianz Trade verfügt über mehr als 100
Jahre Erfahrung und bietet seinen Kunden umfassende Finanzdienstleistungen an,
um sie im Liquiditäts- und Forderungsmanagement zu unterstützen.

Über das unternehmenseigene Monitoring-System verfolgt und analysiert die
Allianz Trade Gruppe täglich die Insolvenzentwicklung von mehr als 83 Millionen
kleiner, mittlerer und multinationaler Unternehmen und hat sofortigen Zugriff
auf die Daten von 289 Mio. Unternehmen in mehr als 160 Ländern. Insgesamt
umfassen die Expertenanalysen Märkte, auf die 92% des globalen
Bruttoinlandsprodukts (BIP) entfallen.

Mit dieser Expertise macht die Allianz Trade Gruppe den Welthandel sicherer und
gibt den weltweit über 75.000 Kunden das notwendige Vertrauen in ihre Geschäfte
und deren Bezahlung. Als Tochtergesellschaft der Allianz und mit einem AA-Rating
von Standard & Poor's ist die Holding von Allianz Trade mit Sitz in Paris im
Schadensfall der finanzstarke Partner an der Seite seiner Kunden.

Das Unternehmen ist in über 40 Ländern vertreten und beschäftigt mehr als 5.900
Mitarbeiter weltweit. 2025 erwirtschaftete die Allianz Trade Gruppe einen
konsolidierten Umsatz von EUR 4 Milliarden und versicherte weltweit
Geschäftstransaktionen im Wert von EUR 1.400 Milliarden.

Weitere Informationen auf http://www.allianz-trade.de

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branchenspezifischen Lage für das Kerngeschäft bzw. die Kernmärkte der
Allianz-Gruppe, (ii) die Entwicklung der Finanzmärkte einschließlich der
"Emerging Markets" einschließlich Marktvolatilität, Liquidität und
Kreditereignisse, (iii) die Häufigkeit und das Ausmaß der versicherten
Schadenereignisse einschließlich solcher, die sich aus Naturkatastrophen
ergeben; daneben auch die Schadenkostenentwicklung, (iv) Stornoraten, (v) Ausmaß
der Kreditausfälle, (vi) Zinsniveau, (vii) Wechselkursentwicklungen
einschließlich des Wechselkurses EUR-USD, (viii) Entwicklung der
Wettbewerbsintensität, (ix) gesetzliche und aufsichtsrechtliche Änderungen
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