24.09. 13:49

ROUNDUP/Bundesregierung: 'keine Normalität im Umgang mit Russland'


BERLIN (dpa-AFX) - Die Bundesregierung nimmt die Einladung der USA an den russischen Präsidenten Wladimir Putin zum G20-Gipfel im Dezember in Miami "zur Kenntnis". "Wir nehmen auch zur Kenntnis, dass Präsident Putin bisher nicht über die Einladung entschieden hat", sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage.

"Für die Bundesregierung gibt es angesichts des Kriegs in der Ukraine keine Normalität im Umgang mit Russland", erklärte er. Die Vorbereitungen zum Gipfel seien im Gange, "auch zu dieser Frage". Die Bundesregierung stimme sich dazu eng mit den Partnern ab.

US-Außenminister Marco Rubio hatte gesagt, die USA hofften, dass Putin die Einladung annehmen werde. Man denke, dass dies eine gute Gelegenheit sei, damit Putin nicht nur mit US-Präsident Donald Trump, sondern auch mit anderen Staats- und Regierungschefs ins Gespräch kommen könnte.

Moskau will Entscheidung erst noch treffen

Von der EU-Kommission in Brüssel hieß es, Russland sei weiterhin Mitglied der G20 und habe das Recht, an G20-Treffen teilzunehmen. Die Frage eines Journalisten, ob EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bereit sei, sich physisch mit Wladimir Putin im selben Raum aufzuhalten, beantwortete ein Sprecher nicht. "Wir werden sehen, wie sich die Situation entwickelt, und möglicherweise können wir zu einem späteren Zeitpunkt mehr sagen."

"Es ist verfrüht, jetzt darüber zu sprechen, die Entscheidung wurde noch nicht getroffen", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Agenturen zufolge. Moskau schätze die Einladung, sie werde geprüft, abgestimmt und dann eine entsprechende Entscheidung getroffen. In jedem Fall beabsichtige Russland, seine Teilnahme an der Arbeit der G20 und all dessen Foren fortzusetzen.

In der G20-Runde der großen Industrie- und Schwellenländer ist Russland zwar offiziell noch Mitglied. Putin nahm allerdings zuletzt 2019 physisch an einem Gipfeltreffen teil - also vor Beginn der russischen Invasion in der Ukraine im Februar 2022. Der G20-Gruppe gehören 19 Staaten, die Europäische Union und die Afrikanische Union an./cn/DP/men