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17.03. 12:21

Aktien Frankfurt: Dax ringt zum großen Verfall mit 15 000 Punkten


FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Freitag im Sog der jüngsten Leitzinsentscheids in Europa und dank der beruhigten Lage im Bankensektor mit den 15 000 Punkten gerungen. Die noch größeren Gewinne zum Start bröckelten in der ersten Tageshälfte mit dem bevorstehenden Verfallstermin deutlich ab. Zuletzt stand der deutsche Leitindex nur noch knapp mit 0,03 Prozent im Plus bei 14 968,95 Zählern - und damit aber wieder etwas unter der psychologisch wichtigen Marke.

Gegen Mittag verfallen an der Termin- und Derivatebörse Eurex Optionen und Terminkontrakte auf den Dax und den Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 . Investoren versuchen zu den Verfallterminen, die Indizes in die für ihre Marktposition günstige Richtung zu bewegen.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmenswerte war schon früher ins Minus gedreht und verbuchte zuletzt einen Abschlag von
0,68 Prozent auf 26 860,96 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone zeigte sich dagegen weiter freundlich mit
0,14 Prozent bei 4122,89 Punkten.

Nach den Hilfen der Schweizer Notenbank für die Credit Suisse sorgte am Markt eine milliardenschwere Unterstützung für die US-Regionalbank First Republic durch die größten amerikanischen Geldhäuser für Erleichterung. Vor dem Wochenende wirkte auch die jüngste Zinsanhebung durch die Europäische Zentralbank (EZB) weiter nach, der für eine positive Reaktion an den Finanzmärkten gesorgt hatte.

Die Währungshüter hatten sich im Kampf gegen die hohe Inflation von Problemen der Bankenbranche nicht beirren lassen und den Leitzins um weitere 0,5 Prozentpunkte angehoben. Auf weitere Zinsschritte für die Zukunft hatte sich die EZB indes nicht festgelegt, was Anleger auf eine für die Zukunft gemäßigtere Gangart hoffen lässt. Ähnlich sind die Erwartungen auch mit Blick auf die US-Notenbank Fed. Im Blick stand auch eine leichte Lockerung der chinesischen Geldpolitik durch die Senkung des Mindestreservesatzes, den Banken vorhalten müssen.

Nach äußerst turbulenten Handelstagen steht für den deutschen Leitindex im bisherigen Wochenverlauf allerdings immer noch ein Minus von fast drei Prozent zu Buche. Laut Einschätzung von Konstantin Oldenburger von CMC Markets dürften die Banken die Märkte auch noch eine ganze Weile weiter beschäftigen. Kurzfristig erscheine das Liquiditätsproblem im Sektor zwar gelöst, doch langfristig stelle sich die Frage, "wie solvent vor allem die kleinen und mittelgroßen Banken in den USA auf Dauer wirklich sind."

Bei den Banken im Dax schwankten die Kursgewinne im Zuge der verbesserten Stimmung: Deutsche Bank und Commerzbank kamen am Mittag noch auf Gewinne bis zu 2,4 Prozent.

Ansonsten machte duf Unternehmensseite ein angehobener Ausblick des Konkurrenten Fedex die Aktien der Deutschen Post zum Favoriten im Dax, indem sie sich um 2,1 Prozent verteuerten. Fedex habe seine Ziele allerdings dank erfolgreicher Sparanstrengungen verbessert, sagte ein Händler. Die Auswirkungen auf die Post hält er daher für begrenzt.

Aktien des Aromen- und Duftstoffeherstellers Symrise waren mit plus 2,2 Prozent ebenfalls gefragt nach einem Kaufvotum von Goldman Sachs. SAP -Anteile stiegen derweil nach einem positiven Votum und einer deutlichen Kurszielanhebung durch die französische Exane BNP auf ein Hoch seit mehr als zwei Jahren. Der Rückenwind ließ hier aber nach.

Bei Vonovia setzten sich nach einiger Richtungssuche die Pessimisten durch. Angesichts der kräftigen Dividendenkürzung und dem in Aussicht gestellten Gewinnrückgang fielen die Kursverluste mit minus 1,6 Prozent aber überschaubarer aus als zuletzt nach ähnlichen Branchennachrichten.

Aktien des IT-Dienstleisters Bechtle verteuerten sich nach endgültigen Jahreszahlen um mehr als zwei Prozent. Jefferies-Analyst Martin Comtesse sprach von einem zuversichtlich stimmenden Ausblick, zudem sei die Dividende besser als gedacht ausgefallen.

Zudem zeigten sich die Rohstoff- und Stahlwerte stark. Aurubis und Thyssenkrupp im MDax sowie Salzgitter im SDax verteuerten sich um bis zu 3,1 Prozent. Börsianer verwiesen auf den Ausblick des US-Konzerns United States Steel für das laufende erste Quartal, die Experten von Jefferies sprachen von einem optimistischen Ausblick./tav/tih

--- Von Tanja Vedder, dpa-AFX ---