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Aktien Frankfurt: Dax sackt weiter ab - Iran-Krieg sorgt für tiefrote Woche


FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Freitag einen Erholungsversuch abgebrochen und sein ohnehin schon deutliches Wochenminus deutlich vergrößert. Der deutsche Leitindex stand am frühen Nachmittag 1,4 Prozent im Minus bei 23.493 Punkten, nachdem er sich im frühen Handel noch mit Gewinnen gegen den Abwärtssog im Zuge des Iran-Krieges gestemmt hatte. Der Krieg bleibt das beherrschende Thema, und die Anleger reagieren weiter sehr nervös.

Irans Kampfkraft ist zwar nach US-Einschätzung erheblich geschwächt - dennoch weitet Teheran den Krieg im gesamten Nahen Osten weiter aus. Zuletzt sorgte der wieder deutliche Anstieg der Ölpreise für Verunsicherung, nachdem der Golfstaat Katar vor schwerwiegenden Folgen des Kriegs im Nahen Osten für Lieferungen von Energierohstoffen aus der Region gewarnt hatte. Die daraus resultierenden Inflationsrisiken wurden am Nachmittag durch insgesamt schwache monatliche Arbeitsmarktdaten etwas relativiert.

Die Wochenbilanz des Dax ist mit einem Minus von gut sieben Prozent tiefrot. Für einen höheren Verlust muss man zurückschauen bis Anfang April, als US-Präsident Donald Trump die Finanzmärkte mit seinen Zollankündigungen in Aufruhr versetzt hatte.

"Der Angriff auf den Iran ist angesichts der Dimension des Militäreinsatzes und der generell fragilen Lage im Nahen Osten mit Risiken verbunden. Aus ökonomischer Sicht lauten diese Risiken, dass die Ölförderanlagen in der Region durch den Iran systematisch zerstört werden und dass der Transportweg durch die Straße von Hormus absehbar für lange Zeit geschlossen bleibt", schrieb Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank.

Beide Risiken haben sich dem Experten zufolge in den ersten Tagen seit den ersten Luftangriffen nicht materialisiert. Wenn die Deutung richtig sei, dass der Iran und seine Helfer in der Region zu einer umfassenden Aktion nicht in der Lage sind, dann blieben die Auswirkungen auf die Rohstoffmärkte und die Finanzmärkte weiter relativ moderat.

Der MDax der mittelgroßen Werte büßte ein Prozent auf 29.407 Zähler ein. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel um 1,7 Prozent.

Unter den Einzeltiteln sorgen unter anderem Einschätzungen von Analysten für Bewegung. So sackten die Aktien von Infineon nach einer aufgegebenen Kaufempfehlung der Bank UBS um mehr als fünf Prozent ab und waren damit das Schlusslicht im Dax. Analyst Francois-Xavier Bouvignies bleibt mittelfristig zwar optimistisch für den Chipkonzern, sieht zunächst aber Risiken, die das Kurspotenzial einschränken sollten. So lasse das KI-Umsatzziel bis 2027 nur wenig Luft nach oben.

Dank gleich mehrerer positiver Analystenkommentare erholten sich die Papiere von DHL von ihren deutlichen Vortagesverlusten und stiegen um gut ein Prozent. Die Verwerfungen in den Frachtmärkten durch den Iran-Krieg kämen dem Logistik-Konzern mit seinem großen, flexiblen Netz zupass, schrieb etwa die Expertin Muneeba Kayani von der US-Investmentbank Bank of America. Am Vortag hatte der von geopolitischer Unsicherheit geprägte Ausblick die Anleger verschreckt.

Als klares Schlusslicht im MDax brachen die Anteilsscheine von Lanxess um mehr als 18 Prozent ein. Das vorläufige Scheitern des Verkaufs der restlichen Anteile am Gemeinschaftsunternehmen Envalior hatte bei den Aktionären einmal mehr Sorgen mit Blick auf die Finanzierung des Spezialchemiekonzerns geweckt./la/jha/

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---