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03.06. 14:49

Aktien New York Ausblick: Kurse trotzen Konfliktverschärfung im Nahen Osten


NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen dürften sich zur Wochenmitte zunächst weitgehend auf ihrem Rekordniveau behaupten - trotz zunehmender Spannungen zwischen USA und Iran, weiter anziehender Ölpreise und neuer Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump. Dass Amerikas Privatwirtschaft dem Dienstleister ADP zufolge im Mai ein wenig mehr neue Stellen geschaffen hat als prognostiziert, sorgte nur für einen kleinen Stimmungsdämpfer. Am Freitag steht der Arbeitsmarktbericht der Regierung an, der wegen seiner Bedeutung für die US-Geldpolitik viel Beachtung findet.

Beim dank der Halbleiter-Hausse stark gelaufenen Nasdaq 100 ist am Mittwoch sogar eine weitere Bestmarke möglich: Der Broker IG taxierte den technologielastigen Auswahlindex eine Stunde vor Handelsbeginn 0,1 Prozent höher auf 30.698 Punkte. Der Leitindex Dow Jones Industrial wird hingegen 0,3 Prozent im Minus bei 51.132 Punkten erwartet.

Obwohl die USA und der Iran über eine Verlängerung der seit knapp zwei Monaten geltenden Waffenruhe verhandeln, lieferten sich beide Seiten schwere Feuergefechte. Dennoch sehen Marktexperten wie etwa Amanda Lyons von der US-Investmentfirma Energy Group Capital noch Spielraum für weiter steigende Aktienkurse.

Als Treibstoff im schon stark gelaufenen Technologiesektor dürften mögliche Rekord-Börsengänge mehrerer Tech-Riesen in den kommenden Monaten dienen. Neben dem Raumfahrtunternehmen SpaceX von Tesla-Chef Elon Musk wollen auch die KI-Firma Anthropic und deren Konkurrentin OpenAI, die hinter dem Chatbot ChatGPT steht, den Sprung auf das Parkett wagen. Dies sei ein starker Vertrauensindikator für die Märkte, betonte Nataliia Lipikhina, die die Aktienstrategie für die EMEA-Region (Europa, Naher Osten und Afrika) bei JPMorgan Private Bank verantwortet.

Dass Trump insgesamt 60 Ländern mit neuen Zöllen droht, weil diese Importe von Produkten aus mutmaßlicher Zwangsarbeit nicht verhinderten oder bestehende Importverbote nicht genügend überprüften, beinhalte zwar Risiken für die Märkte, so die Expertin. "Aber die Anleger haben aus dem letzten Jahr ein Drehbuch dafür, wie sich die Lage entwickeln könnte. Die entscheidende Frage ist, wie viel von den Kosten die Unternehmen weitergeben können."

Bei Marvell Technology hält die Euphorie zur Wochenmitte an. Die Aktien des Halbleiterkonzerns, den Nvidia-Chef Jensen Huang vortags als "nächstes Billionen-Dollar-Unternehmen" bezeichnet hatte, knüpften mit vorbörslich plus 11 Prozent an den Kurssprung vom Vortag an. Damit dürfte sich ihre Rekordjagd fortsetzen. Auch bei einigen Branchenkollegen wie Micron und Broadcom zeichnen sich weitere Gewinne ab. Broadcom berichtet nach Handelsende über das vergangene Quartal. Für die Titel von Intel und AMD, die zu Wochenbeginn unter dem angekündigten Einstieg des KI-Chip-Riesen Nvidia in das Geschäft mit PC-Hauptprozessoren gelitten hatten, sollte es ebenfalls bergauf gehen.

Dagegen drohen den Aktien von Palo Alto Networks nach ihrer Rekordjagd mit minus 3,5 Prozent weitere Gewinnmitnahmen. Das IT-Sicherheitsunternehmen hatte am Dienstag nach Börsenschluss mit einem angehobenen Gewinnausblick auf das laufende Quartal positiv überrascht. Es untermauerte damit die anhaltende Nachfrage nach seinen Produkten - auch wegen Sorgen über Bedrohungen durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Etliche Analysten hoben daraufhin ihre Kursziele für die Aktien an.

Die Titel von Gamestop sprangen vorbörslich um 10 Prozent hoch. Der Videospiele-Händler konnte im vergangenen Quartal seinen Umsatz deutlich steigern und berichtete einen Rekordgewinn. Zudem will er eigene Aktien im Wert von 2 Milliarden US-Dollar zurückkaufen. Jüngst hatte das Unternehmen mit einem gescheiterten Übernahmeversuch der deutlich größeren Online-Handelsplattform Ebay Schlagzeilen gemacht.

Die Aktien von Sherwin-Williams steuern nach dem Rückgang der vergangenen Tage mit plus 3,6 Prozent auf eine Stabilisierung zu. Der Lack- und Farbenhersteller und sein japanischer Branchenkollege Nippon Paint Holdings gaben ihre Pläne für eine Übernahme von Akzo Nobel wegen des Widerstands der Niederländer auf./gl/jha/