Devisen: Euro weiter stabilisiert - US-Inflationsdaten helfen nicht dauerhaft
NEW YORK (dpa-AFX) - Der Euro
Dass die US-Inflation im Mai wie erwartet weiter deutlich stieg und erstmals seit drei Jahren über vier Prozent lag, gab dem Euro keinen dauerhaften Auftrieb. Er notierte zuletzt etwa auf dem Niveau von vor der Datenveröffentlichung.
Für den neuen Chef der US-Notenbank Fed, Kevin Warsh, sei die Inflationsentwicklung unangenehm, aber wohl noch kein überzeugender Grund für einen restriktiveren geldpolitischen Kurs, schrieb Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz Vermögensmanagement. Er erteilte allerdings auch Hoffnungen auf eine Lockerung eine Absage, denn "die Argumente für die von Warsh bislang in Aussicht gestellten Zinssenkungen bleiben mindestens so schwach wie die für rasche Zinsanhebungen". Daher dürfte die Fed bei ihrer abwartenden Haltung bleiben.
Auch die Konjunktur-Fachleute des Wirtschaftsforschungs- und Analyseunternehmens Pantheon Macroeconomics rechnen nicht mit steigenden US-Leitzinsen, die der amerikanischen Währung Auftrieb geben würden. Sie betonten, dass es keinen Inflationsdruck auf breiter Front gebe. Abseits der weiter deutlich gestiegenen Benzinpreise, die fast die Hälfte der Teuerung insgesamt ausmachten, habe sich der Anstieg im vergangenen Monat in Grenzen gehalten.
Die jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran nach gegenseitigen Angriffen spielten am Devisenmarkt keine große Rolle. Trump zeigte sich unzufrieden mit den laufenden Verhandlungen und kündigte einen bevorstehenden neuerlichen Angriff trotz der formal geltenden Waffenruhe an.
Die anhaltende Blockade der Straße von Hormus und die damit verbundenen Inflationsgefahren hat zuletzt die Erwartung höherer Leitzinsen geschürt. Die EZB dürfte daher an diesem Donnerstag ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte anheben./gl/men